Schlagwort-Archiv: Richtlinien

“4 Tricks, mit denen Social Media gelingt”

… titelt CIO.de und nennt als konkrete Tipps:

  1. Social Media braucht ein Ziel (…).
  2. Den Weg vorgeben und Spielregeln aufstellen (…).
  3. Richtig messen (…).
  4. Die Chefs müssen mitmachen (…).

Gerne mache ich bei dieser Gelegenheit auf das Posting “Ist Corporate Social Media Zeitverschwendung?” aufmerksam, respektive auf die 10 Handlungstipps, die ich zusammen mit Kollegen im Rahmen eines HSG-Lehrganges erarbeitet habe:

  • Potenzialanalyse: Den Einsatz von Social Media-Tools gilt es eingehend auf ihre Kompatibilität mit der Unternehmensstrategie und den daraus abgeleiteten Zielen (Marketingstrategie) zu analysieren. Insbesondere hat die Segmentierung der relevanten Zielgruppen unter Berücksichtigung der Dimension «Onlineaffinität» zu erfolgen.
  • Zieldefinition: Social Media-Anwendungen sind mittlerweile so bekannt, dass Trial and Error als Vorgehensweise nicht (mehr) zu empfehlen ist. Es ist unumgänglich, konkrete Ziele für den Einsatz zu setzen, darauf die Weiterentwicklung und -planung zu basieren und die Ziele nach Inbetriebnahme der Lösungen auch zu kontrollieren.
  • Toolevaluation: Je nach Strategie, Zielsetzung und vor allem auch Unternehmenskultur sind individuell passende Tools zu evaluieren.
  • Risikobewusstsein: Auch im Internet gelten Gesetze und es existiert kriminelle Energie. Generell unterschätzt werden auch immaterialgüterrechtliche Belange. Es ist ein absolutes Muss, dass sich Unternehmen weitreichende Sicherheitsgedanken machen und diese in Form von verbindlichen Richtlinien festhalten.
  • Personalschulung: Es gibt nichts Langweiligeres, als schlecht geschriebene Corporate Blogs, Twitter, Wikis oder andere Anwendungen. Ein Unternehmen kann sich äusserst schnell einen Imageschaden einhandeln, wenn die Inhalte nicht von entsprechend befähigten Mitarbeitenden verfasst werden.
  • Pilotanwendungen: Die zielkonformen Anwendungen müssen ausgiebig getestet werden. Idealerweise wird ein Teilnehmerkreis gewählt, der die künftigen Ziel- und Anwendergruppen gut repräsentiert. Bei Tests wird in der Regel viel Optimierungspotenzial gefunden, was unter anderem auch die gefühlte Toleranz gegenüber den neuen Anwendungen signifikant erhöhen kann. Die Mitarbeitermotivation, entscheidend für den Erfolg des Social Media-Einsatzes, steigt damit entscheidend.
  • Lösungsetappierung: Nach den Testläufen kristallisieren sich Bereiche heraus, deren Implementierung sich aus Sicht von Machbarkeit, Potenzial und Interessenlage aufdrängen. Die Implementierung einer möglichst umfassenden, endgültigen Lösung ergibt wenig Sinn. Schrittweises Implementieren, daraus lernen und weiterentwickeln, ist die Grundlage der Erfolgsgeschichte.
  • Mitarbeitereinbezug: Die tangierten Mitarbeitenden müssen zwingend eingehend instruiert und geschult werden. Weiter ist stetige, kommunikative Begleitung unumgänglich, um Interesse, Akzeptanz und Interaktion erzeugen zu können. Wie bereits erwähnt, ist die Mitarbeitermotivation entscheidend für den nachhaltigen Erfolg.
  • Zielgruppenkommunikation: Kommunikation und Interaktion mit den Zielgruppen (intern, extern oder gemischt) sind absolut zentral. Ohne entsprechendes Engagement der zuständigen Manager und Mitarbeitenden kann sich kein Erfolg einstellen. Wenn User-Anregungen oder -Fragen nicht prompt, authentisch, transparent und kompetent bearbeitet werden, verpufft der Effekt.
  • Zielüberprüfung: Nichts ist für die Ewigkeit, und im Internet wäre die Ewigkeit sowieso endlich und kurz. In diesem Kontext ist klar, dass auch webbasierte Lösungen eine relativ kurze Halbwertszeit besitzen. Die Wettbewerbs- und Internetentwicklung muss laufend im Auge behalten und analysiert werden. Die Zielsysteme sind entsprechend zu adjustieren und die Massnahmen anzupassen. Wer die Kapazität oder Ressourcen für diesen laufenden Prozess nicht hat, sollte sich mit Social Media nicht die Finger (oder das Kapital) verbrennen.

“Gartner: Akzeptanz von Social Media in Unternehmen wächst”

… titelt Horizont.net und schreibt:

“(…) Derzeit sinke die Zahl der Unternehmen, die ihren Mitarbeitern den Zugang zu Social Media verbieten, jährlich um zehn Prozent. Und selbst in Firmen mit restriktiver Social-Media-Politik sei eine Blockade nie komplett, sagt Gartner-Analyst Andrew Walls. Vielmehr würden viele Mitarbeiter Zugangsbeschränkungen durch die Nutzung persönlicher Geräte wie Smartphones umgehen. Zudem sei in Abteilungen wie Marketing Zugang zum externen Social-Media-Kanälen unerlässlich. (…)”

Diesbezüglich hat Computerwoche vor einiger Zeit im Artikel “Digital Natives – die CEOs von morgen” festgehalten:

“(…) Viele Unternehmen haben die Zeichen der Zeit längst erkannt und nutzen bereits Wikis, Blogs und soziale Netzwerke für die externe aber auch für die interne Kommunikation. (…) In vielen Unternehmen ist man meist noch weit entfernt von der Einführung einer neuen Kultur des Wissensaustausches. Mitarbeitern, die nicht mit den neuen Medien aufgewachsen sind – also keine sogenannten Digital Natives sind und nicht bloggen, posten, twittern und chatten – fällt die Umstellung auf die neuen Medien schwer. Wer jedoch damit umzugehen weiß, kann enorme Vorteile in interner und externer Kommunikation erzielen.”

Personalverantwortliche von wissensbasierten Unternehmen haben längst erkannt, dass Social Media-Zugang für junge Talente immer mehr zu einem Schlüsselkriterium für Anstellungen, respektive zum Gradmesser für die Aufgeschlossenheit einer Unternehmenskultur, wird. Es geht also nicht mehr um die Frage, ob Corporate Social Media legitim sein soll, sondern wie und mit welchen Richtlinien (s. Handlungsempfehlungen unter “Ist Corporate Social Media Zeitverschwendung?“).